Erste Hilfe bei Verbrennungen

Verbrennungen und Verbrühungen gehören zu den größten Unfallgefahren für Kinder im Haushalt. Viele Unfälle kannst Du mit einem guten Sicherheitsprodukt verhindern, aber manchmal geht dennoch etwas schief. Hier erfährst Du, was Du bei einer Verbrennung oder Verbrühung tun solltest.

Wie kommt es zu Verbrennungen und Verbrühungen?

Verbrennungen entstehen durch offene Flammen wie Kerzen, Feuerzeuge, Kohleöfen oder offene Kamine, durch Bügeleisen und Öfen, Knallkörper wie Raketen und Böller, sowie die heiße Herdplatte oder die Backofentür, an der Dein Kleinkind sich aufrichten will. Kleidung aus leicht entflammbaren Kunstfasern vergrößert die Gefahr, denn sie kann schmelzen und sich in die Haut hineinbrennen. Auch die Sonne kann eine Verbrennung auslösen, hier sind Hitzepickel oft ein weiteres Problem. Schütze Dein Kind davor mit luftiger Kleidung, Hüten, Sonnencreme sowie Sonnenschutz für Kinderwagen oder im Auto.

Verbrühungen sind Verletzungen durch heiße Flüssigkeit oder Dampf. Verbrühungen sind bei Kindern besonders tückisch, weil Kinderhaut empfindlicher ist als die von Erwachsenen. Was für Dich lauwarm ist, ist für Dein Kind oft schon heiß. Außerdem schädigt heiße Flüssigkeit die Haut umso mehr, je länger Dien Kind Kontakt dazu hat. Deshalb ist es wichtig, heiße Flüssigkeit so schnell wie möglich von der Haut Deines Kindes zu entfernen.

Verbrennungen und Verbrühungen: Die Grade

Verbrennungen und Verbrühungen werden je nach Schwere in unterschiedliche Grade unterschieden. Meistens treten mehrere Grade gleichzeitig auf, da die Haut ungleichmäßig geschädigt wird:

  • Grad 1: Schmerzen und Rötungen der Haut (wie bei einem Sonnenbrand)
  • Grad 2a: Rötung Blasenbildung, starke Schmerzen
  • Grad 2b: Weißlicher Wundgrund, zerfetzte Blasen, Schmerzen
  • Grad 3: Trockene, weiße, lederartige Verdickung der Haut, wenig Schmerzen

Außerdem spielt die Ausdehnung der Verletzung bei der Klassifikation der Verletzung eine wichtige Rolle. Es gilt die Faustregel, dass die Handinnenfläche eines Kindes etwa 1% seiner Körperoberfläche entspricht.

Prävention: So schützt Du dein Kind vor Verbrennungen und Verbrühungen

An erster Stelle steht die Prävention: Lass Dein Kind in der Nähe von Gefahrenquellen nie unbeaufsichtigt (hier erfährst Du mehr über die Entwicklung des Gefahrenbewusstseins von Kindern), sichere den Herd mit einem Herdschutzgitter ab, und beherzige sowohl unsere Tipps zum kindersicheren Kochen als auch unsere Tipps zur Sicherheit in der Küche. Auch beim Kleidungskauf kannst Du Verbrennungen vorbeugen und auf Kleidung aus Wolle oder Baumwolle achten. Auch die kann Feuer fangen, sie schmilzt aber nicht.

Erste Hilfe bei Verbrühungen

  • Ruhe bewahren und Dein Kind beruhigen
  • Zieh dem Kind alle nassen Kleidungsstücke aus
  • Kühle zur Schmerztherapie verbrühte Arme, Hände, Füße oder Beine unter fließendem handwarmem Wasser
  • Gib großzügig Schmerzmittel
  • Wickel das Kind in eine Rettungsfolie aus dem Verbandkasten, leg Verbände an oder wickle Sie das Kind in saubere fusselfreie Tücher (z. B. frische Handtücher)
  • Gib dem Kind nichts mehr zu essen oder zu trinken
  • Fahr zum nächsten Kinderarzt / Krankenhaus oder ruf den Notruf 112 und nimm das Impfbuch mit
  • Bei großflächigen Verbrühungen immer den Notruf 112 wählen

Erste Hilfe bei Verbrennungen

  • Lösche das Feuer, zum Beispiel mit einer Löschdecke
  • Lösche brennende Kleidung mit einem Mantel, einer Löschdecke oder mit Wasser
  • Bewahre Ruhe und beruhige Dein Kind
  • Zieh Dein Kind aus, eingebrannte Kleidung aber nie mit Gewalt entfernen
  • Kühle Sie zur Schmerztherapie verbrannte Arme, Hände, Füße oder Beine unter fließendem handwarmem Wasser
  • Gib großzügig Schmerzmittel
  • Gib dem Kind nichts mehr zu essen oder zu trinken
  • Wickle das Kind in eine Rettungsfolie aus dem Verbandkasten, leg Verbände an oder wickle das Kind in saubere fusselfreie Tücher (z. B. frischer Handtücher)
  • Fahr zum nächsten Kinderarzt / Krankenhaus oder rufe den Notruf 112 und nimm das Impfbuch mit
  • Bei großflächigen Verbrennungen immer den Notruf 112 wählen
  • Beachte unbedingt die Reihenfolge der Maßnahmen, denn sie verhindern ein „Nachbrennen“ (Fortdauer der Hitze-Einwirkung im Gewebe) und begrenzen das Verletzungsausmaß

Diese Hausmittel bei Verbrennungen und Verbrühungen solltest du vermeiden

Es gibt viele Ratschläge, wie Du Verbrennungen und Verbrühungen bei Kindern gut behandeln kannst. Manches Hausmittel gegen Verbrennungen kann die Sache aber noch schlimmer machen. Diese Mittel solltest du deshalb nicht nutzen:

Brandsalben, Brandbinden und Öl verhindern den Luftzutritt zur geschädigten Haut Deines Kindes. Dabei staut sich die Hitze unter der Brandbinde oder der Salbenschicht. Im schlimmsten Fall kann dies zum so genannten „Nachbrennen“ führen, eine weitere Schädigung durch Hitze-Einwirkung.

Mehl oder Puder, Zahnpasta, Heilpflanzenöl und Tigerbalm verkleben die Wunden und müssen bei der Versorgung erst mühsam wieder entfernt werden, da sich der Grad der Verbrennung und die richtige Behandlungsmaßnahme sonst nicht bestimmen lässt. Das ist sehr schmerzhaft. Zahnpasta und co. können außerdem zusätzliche Verätzungen auslösen.

Kaltes Wasser, Kühlpacks, Eiswasser oder Eis kühlen zwar die Verbrennung und lindern den Schmerz zunächst, haben aber zwei gravierende Nachteile: Sie steigern die Durchblutung der betroffenen Stelle und die Schmerzen nehmen nach dem Kühlen sogar noch zu. Starke oder großflächiges Kühlen bei Verbrennungen und Verbrühungen kann außerdem zu einem Kälteschaden führen. Bei großflächigen Verletzungen solltest Du besser gar nicht kühlen, insbesondere bei Verbrennungen und Verbrühungen des Rumpfes solltest Du darauf verzichten.

Auch Vergiftungen erfordern schnelles Handeln und Notfallmaßnahmen. Erfahre hier mehr über Erste Hilfe bei Vergiftungen.

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