Drei Irrtümer rund um die heiße Herdplatte

Irrtum 1: Die meisten Unfälle passieren gar nicht im Haushalt

Was glaubst Du: Geschehen die meisten Unfälle mit Kindern im Straßenverkehr oder zu Hause? Die meisten Eltern denken, es sei der Straßenverkehr, aber es stimmt leider nicht: Zwei Drittel aller Unfälle mit Kindern unter fünf Jahren passieren daheim. Vielleicht kommt es zu diesem Irrtum, weil Unfälle im Straßenverkehr von vielen Unbeteiligten wahrgenommen werden, häufig tragisch enden und regelmäßig ihren Platz in den Nachrichten haben. Von häuslichen Unfällen hört man dagegen selten in den Medien, dabei stellen sie das Gesundheitsrisiko Nr. 1 für die Kleinsten dar. Umso wichtiger ist es, über die Gefahren im Haushalt zu sprechen (und darüber, dass Kinder die Gefahren noch gar nicht wahrnehmen können).

Verbrennungen und Verbrühungen gehören zu den häufigsten Unfallursachen bei Kindern. Aber auch Vergiftungen, zum Beispiel mit WaschpulverkapselnFensterstürze und Wickeltischstürze gehören dazu. Mehr als 30.000 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren sind jährlich in Deutschland betroffen. Knapp 6.000 von ihnen verletzen sich so schwer, dass sie stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen. Kleinkinder sind am stärksten gefährdet, eine Verbrühung zu erleiden. (Quelle)

Irrtum 2: Ich habe einen Induktionsherd, ich brauche kein Herdschutzgitter

Vielleicht kannst Du Dich noch daran erinnern, wie es sich anfühlt auf eine heiße Herdplatte zu fassen, weil in Deiner Kindheit das Motto galt: „Wenn das Kind einmal auf die heiße Herdplatte gefasst hat, dann lernt es daraus.“ Wie gut, dass es heutzutage Induktionsherde gibt, da wird die Herdplatte gar nicht heiß und niemand muss sich mehr die Finger verbrennen. Das ist richtig, aber nur die halbe Wahrheit. Herdplatten werden nicht mehr heiß, Töpfe schon. Aber das größte Risiko in der Küche ist für ein Kind nicht die Verbrennung, sondern die Verbrühung.

Verbrühungen entstehen, wenn die Haut Deines Kindes in Kontakt mit heißer Flüssigkeit kommt. Verbrühungen treten oft großflächig auf, das macht sie so gefährlich: Eine Tasse Tee oder Kaffee kann bis zu 30% der Haut Deines Kleinkinds verbrühen. Deshalb solltest Du Deinen Kaffee genießen, wenn Dein Kind nicht auf Deinem Schoß sitzt oder eine auslaufsichere Tasse verwenden. Ein Ruck oder Tritt des Kindes kann zum tränenreichen Unglück führen bis hin zu ernsten Verletzungen, die im Krankenhaus-Aufenthalt enden.

Auch am Herd kann es zu Verbrühungen kommen und wenn schon eine Tasse Tee 30% der Babyhaut verbrühen kann, wie sieht es dann wohl mit dem Topf Tomatensauce oder Suppe aus? Bekommt Dein Kind den Griff eines Topfes zu fassen, wird es daran ziehen, denn es ist neugierig. Vor dieser Gefahr schützen auch am Induktionsherd nur Vorsichtsmaßnahmen zum kindersicheren Kochen und ein Herdschutzgitter.

Irrtum 3: Beim Kochen kann ich das Herdschutzgitter abnehmen, damit es mich nicht behindert

Die Herdschutzgitter von reer kann man mit wenig Aufwand abbauen, Dann kannst Du es doch auch beim Kochen abnehmen um ganz ohne Einschränkungen am Herd zu arbeiten. Du stehst ja die ganze Zeit über daneben, so kann gar nichts passieren. Richtig? Leider nicht.

Beim Kochen entfernt man sich immer wieder für kurze Zeit vom Herd. Mal fällt dir ein, dass Du noch schnell eine Paprika klein schneiden, etwas aus dem Kühlschrank holen musst oder nur mal schnell eine Nachricht auf deinem Smartphone lesen willst. Es entsteht immer wieder ein kurzer unbeobachteter Moment, der leider schon für eine gründliche Untersuchung des Herdes durch Dein Kind reicht. Es kann auf den heißen Herd fassen, sich an einer heißen Pfanne verbrennen oder im schlimmsten Fall einen Topf mit heißer Flüssigkeit vom Herd ziehen und sich lebensbedrohliche Verbrühungen zuziehen. Deshalb sollte das Herdschutzgitter beim Kochen an Ort und Stelle bleiben. Wenn der Herd ausgekühlt ist, kannst Du das Herdschutzgitter zum Reinigen abnehmen.

Was Du sonst noch beim Kochen beachten solltest, wenn Dein Kind in der Küche ist, verraten wir Dir hier. Und falls doch einmal etwas passieren sollte: Hier gibt’s die Erste-Hilfe-Hinweise für Verbrennungen und Verbrühungen. Weitere Tipps für mehr Kindersicherheit in der Küche gibt es hier.