Die kindersichere Küche: So verhinderst Du Verletzungen an Herd und Co.

Es gibt nichts spannenderes für kleine Kinder als die Küche. Es ist der Ort mit den abwechslungsreichsten Sinneseindrücken. Hier blubbern Töpfe, brutzeln Pfannen, riecht es nach Curry, Kuchen oder Essig. Mama und Papa machen Bewegungen und benutzen Geräte, die es nur in der Küche gibt. Wer kann es Deinem kleinen Liebling verdenken, dabei sein und mitmischen zu wollen?

Heute machen wir gemeinsam Deine Küche kindersicher, denn Dein Kind kennt noch keine Gefahr: Wir räumen Messer direkt nach der Benutzung weg und lassen keine Spülmaschinentabs offen herumliegen. Welche Möglichkeiten Du noch hast, für mehr Sicherheit in der Küche zu sorgen, verrate ich Dir in diesem Ratgeber.

Schränke und Schubladen in der Küche

Kannst Du Dich noch daran erinnern, wie spannend der Schrank mit den Töpfen für Dich als Kind war? Es gibt mehr als nur ein Bild von mir in der Küche, nachdem ich sämtliche Töpfe aus dem Schrank geholt und daraus ein großes Schlagzeug gebaut habe. Das ist eine Erfahrung, die ich jedem Kind gönne, weil ich heute noch fühle, was für ein großer Spaß das war (wenn auch nicht für die Ohren meiner Eltern).

Beim Sichern von Schränken und Schubladen gilt meiner Erfahrung nach: Sichere das, was unbedingt nötig ist. Bei mir ist das die Besteckschublade mit ihren Messern, Scheren, Gabeln und dem Licht (das Feuerzeug) und natürlich der Schrank unter der Spüle. Hier finden wir: Spülmaschinentabs, Klarspüler, Spülmaschinensalz, Putzmittel, Spiritus, und diverse andere Putzmittel. Alle mit einer klaren Empfehlung, sie nicht zu trinken.

Der Hinweis ist zwar gut gemeint, aber Dein Kind kann ihn noch nicht lesen. Zumindest der Schrank unter der Spüle sollte also sicher verschlossen sein und auch an der Besteckschublade bietet sich eine Sicherung an. Dann kannst Du alle gefährlichen Dinge in diese Schränke räumen und Deinem Kind die weiteren Schränke zum Entdecken vielleicht nicht offensiv anbieten, aber zumindest die Möglichkeit offen lassen. Denn auch das gehört zu einer glücklichen Kindheit: In Schränke krabbeln und sie ausräumen dürfen.

Kühlschränke und Gefrierschränke

Was für Schränke im Allgemeinen gilt, gilt für Kühlschränke im Besonderen. Denn in denen ist es kalt, sind leckere Sachen und darin brennt Licht. Und eine Kühlschranktür lässt sich leicht öffnen, gerade wenn neugierige Finger sich in die Türdichtung schieben.

Beginnt Dein Kind den Kühlschrank auszuräumen wird es heikel, denn in der Kühlschranktür stehen oft zerbrechliche Gläser und Flaschen. In meiner Kühlschranktür stehen unter anderem Gewürzgurken, Joghurt und Ketchup in der Glasflasche. Wirft ein Kind die zu Boden gibt es erst Scherben, Schmerzen, Tränen und einen Besuch in der Notaufnahme, der sich mit einer Elektrogeräte-Sicherung hätten vermeiden lassen.

Praktischer Nebeneffekt: Selbst wenn Du keine Gläser in der Kühlschranktür hast, bleibt der Kühlschrank geschlossen und kann nicht abtauen, nachdem Dein Kind ihn inspiziert hat.

Der Herd – Oder warum es nicht um heiße Herdplatten geht

Du hast gerade einen Topf mit kochendem Wasser auf dem Herd und es klingelt an der Tür. Der Paketbote mit der neuen Lieferung aus dem reer-Shop (Eigentlich ist es ein neues Konsolenspiel, aber ich hoffe, Du verzeihst mir die Schleichwerbung) Selbst wenn Du den Herd ausstellst, während Du die Küche verlässt, bleibt eine Gefahrensituation bestehen: Der Herd bleibt heiß, der Topf bleibt heiß und vor allen Dingen bleibt das Wasser im Topf kochend heiß: Es besteht lebensgefährliche Verbrühungsgefahr (mehr dazu in unseren 3 Irrtümern rund um die heiße Herdplatte). Da reicht ein unachtsamer Moment, in dem Dein Kind sich am Herd aufrichtet, nach dem Griff von Topf oder Pfanne greift, daran zieht und sich üble Verbrühungen zuzieht.

Um Dein Kind vor solchen Verbrühungen zu schützen, kannst Du grundsätzlich auf den hinteren Herdplatten kochen und die Griffe immer nach hinten drehen. Für noch mehr Sicherheit sorgt zusätzlich ein Herdschutzgitter (gibt es in den verschiedensten Ausführungen). Mit dem verhinderst Du nicht nur, dass Dein Kind auf die heiße Herdplatte packt (Da reicht oft ein wenig Erste Hilfe bei Verbrennungen) sondern – schlimmer – Töpfe vom Herd zieht und sich lebensgefährliche Verbrühungen zuzieht. Weitere Tipps zum kindersicheren Kochen mit Kindern gibt es hier.

Eine weiterer sinnvolle Maßnahme ist ein Backofenschutzgitter, damit Dein Kind sich nicht an der heißen Backofentür verbrennen kann und ein Backofentürstopp. Gerade wenn Dein Kind zu laufen beginnt und Oberflächen benötigt, um sich aufzurichten, kann es sich am heißen Herd schnell die Finger verbrennen. Und wenn es sich am Backofen-Türgriff festhält, ist der Backofen auch schnell geöffnet. Beides lässt sich mit diesen einfachen Mitteln verhindern.

Zuletzt ein Tipp für Leute mit einem älteren Herdmodell wie meinem: Sind die Knöpfe des Herdes nicht versenkbar, solltest Du über ein Herdschutzknopf-Set nachdenken. Die Herdschutzknöpfe sorgen dafür, dass das Drehen keine Wirkung mehr hat, wenn man nicht den geheimen Zaubertrick kennt, um den Herd trotzdem einzuschalten. Und sie passen überall, selbst wenn die Skala nicht stimmt.

Steckdosen und herunterhängende Kabel in der Küche

Endlich kann ich meine Küche einmal in Schutz nehmen, auch wenn sie bislang, wie der gefährlichste Ort auf Erden für Kinder klingt! Die Steckdosen in meiner Küche sind alle auf Bauch-Höhe angebracht. Aber in manchen Küchen gibt es auch Steckdosen in Bodennähe. Diese sollten mit einem Steckdosenschutz abgesichert werden. Darüber hinaus sind auch herabhängende Kabel ein Problem: Vom Toaster über die Kaffeemaschine bis zum Babykostwärmer sind schließlich viele elektrische Geräte in Betrieb.

Wenn die Kabel herabhängen und Dein Baby daran zieht, droht hier erneut Verletzungsgefahr. Nicht nur, weil das Gerät Deinem Kind auf den Kopf fallen kann, beim Wasserkocher ist heißes Wasser im Spiel. Deshalb solltest Du darauf achten, dass die Kabel immer außer Reichweite Deines Kindes sind. Idealerweise räumst Du Geräte, die Du nicht brauchst, wieder weg oder wickelst das Kabel auf (unsere Babykostwärmer haben genau dafür eine Kabel-Aufwicklung). Oder du verstaust „überflüssiges“ Kabel mitsamt der Mehrfach-Steckdose in eine Kabelbox.

Fassen wir noch mal zusammen: Du solltest Dir definitiv ein Herdschutzgitter zulegen, denn am Herd drohen mit der Verbrühung die schlimmsten Verletzungen in der Küche. Darüber hinaus sind Schrank- und Schubladensicherungen sinnvoll zum Schutz vor Messern, Putzmitteln und Co. Ebenfalls für den Herd sind Sicherungen für die Backofentür und die Knöpfe sinnvoll und abgerundet wird Deine kindersichere Küche mit Steckdosenschutz und Kabelbox.

Wenn Du noch nicht genug hast, findest Du hier die Tipps meiner Kollegin Inna für mehr Sicherheit im Kinderzimmer. … Oder ihre Tipps für Kindersicherheit im Home Office. Alle weiteren Sicherheitstipps gibt es im Ratgeber zur kindersicheren Wohnung und bei 6 überraschenden Dingen an denen sich Dein Kind verschlucken kann. Und wenn Du die Küche lieber mit einem Türgitter sichern möchtest, so verrät meine Kollegin Sabrina Dir, worauf Du beim Kauf eines Schutzgitters achten musst.

Ulf Gerhards ist seit 3 Jahren bei reer und betreut die digitalen Angebote für mehr Kindersicherheit. Er ist verantwortlich für die Online-Produktberater, die zahlreichen Online-Ratgeber und der schlechteste Mario-Kart-Fahrer auf Erden. Seine Süßigkeitenschublade ist mit einer Schubladensicherung versehen, um sich selbst vor der Schokolade zu schützen.
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