Ein Fenstersturz lässt sich verhindern

Wir lesen immer wieder Meldungen, dass sich Kinder bei einem Fenstersturz schwere Verletzungen zugezogen haben oder gar gestorben sind. Im Rahmen unserer Mission Safety klären wir über Gefahrenquellen auf und zeigen, wie Ihr Unfälle wie den Fenstersturz verhindern könnt.

Kleine Kinder sind große Entdecker

Spätestens im Alter von zwei Jahren ist ein Wickeltisch-Sturz kein Thema mehr. Dafür hat Dein Kind herausgefunden, wie gut sich Hocker, Stühle und Boxen nutzen und verschieben lassen, um an höhergelegene Dinge zu gelangen. Die Energie und Geschwindigkeit, die ein Kind dafür entwickelt, sind nicht zu unterschätzen. Neugier ist eine ungemein starke Triebfeder und eh Du dich versiehst, klettert das Kind auf den Tisch – oder das Fensterbrett.

Sitzt Dein Kind erst einmal auf dem Fensterbrett, droht der Fenstersturz. Kleine Kinder haben einen höheren Körperschwerpunkt als Erwachsene und kippen daher leicht vornüber. Die Gefahr eines Fenstersturz ist besonders bei Kindern bis fünf Jahren sehr ausgeprägt (hier erfährst Du mehr darüber, wie sich das Gefahrenbewusstsein von Kindern entwickelt).

Wie kannst Du verhindern, dass Dein Kind ein Fenster öffnet?

Es ist natürlich unmöglich, Dein Kind vor allem Unbill des Lebens zu beschützen. Eine hundertprozentige Aufsicht ist weder möglich noch sinnvoll, denn Dein Kind soll sich natürlich entfalten können und Selbstständigkeit lernen. Dennoch gibt es Bereiche, bei denen Du keine Kompromisse eingehen solltest. Ein Fenstersturz, egal aus welcher Höhe, führt zu schweren Verletzungen. Einen Fenstersturz kannst Du aber durch Aufklärung, Aufsicht und technische Hilfsmittel verhindern.

Kommunikation und Aufsicht

Die wichtigste Regel im Umgang mit Heranwachsenden in allen Bereichen gilt auch hier: Rede mit Deinem Kind! Mach ihm immer wieder klar, dass ein Fenstersturz gefährlich ist, aber ruhe dich nicht darauf aus, sondern bleibe wachsam und beuge vor: So genannte Aufstiegshilfen, also Hocker, Stühle, Sofa-Lehnen und co. sollten nicht in Fensternähe stehen.

Sollten Deine Fenster mal komplett geöffnet sein, weil Du natürlich auch lüften möchtest, bleib bei Deinem Kind im Raum oder geh mit ihm woanders hin und schließ die Tür. Ein Insektengitter hingegen bietet keinen Schutz vor Fensterstürzen. Diese Konstruktionen sind nicht stabil genug, um Dein Kind vor einem Fenstersturz zu schützen.

Welche technischen Hilfsmittel können einen Fenstersturz verhindern?

Fenster lassen sich nachträglich auf verschiedene Arten kindersicher machen.

  • Kindersicher per Kabel

Ein Ende wird am Rahmen und eins am Fenster befestigt. Nun kann dieses nur so weit geöffnet werden wie das Kabel lang ist. Der Vorteil: Dein Kind kann nicht stürzen, selbst wenn es das Fenster öffnet. Der Nachteil: Richtiges Lüften wird für dich unkomfortabel.

  • selbstverriegelnde Fenstergriffe

Um das Fenster zu öffnen, muss ein Knopf im Griff gedrückt werden. Beim Schließen schnappt dieser dann wieder heraus.

Vorteil: So lässt sich ein Fenstersturz bei kleineren Kindern wirkungsvoll verhindern.

Nachteil: Größere Kinder haben den Dreh schnell raus, und diese Variante ist dann nicht mehr kindersicher.

  • Querriegel über die Fenster

Das ist eigentlich eine klassische Türverriegelung. Ein Riegel wird in ausreichender Höhe in zwei Haken im Rahmen eingehängt.

Vorteil: So ein Haken lässt sich außerhalb der Reichweite Deines Kindes befestigen.

Nachteil: Für einen kindersicheren Halt musst Du in den Fenster-Rahmen bohren.

  • Griffe abnehmen

Das ist ein sehr pragmatischer Ansatz, der zwar umständlich erscheinen mag, jedoch sehr wirkungsvoll einen Fenstersturz verhindert.

Vorteil: Garantiert kindersicher.

Nachteil: Garantiert erwachsenen-sicher.

  • Aufstecksicherung

Diese Kindersicherung wird zwischen Fenster und Fenstergriff angebracht. Um das Fenster zu öffnen, muss die Sicherung entriegelt werden.

Vorteil: Der kleine Hebel benötigt motorische Fähigkeiten, die Kindern vielfach fehlen. Außerdem ist im Unterschied zum selbstverriegelnden Fenstergriff für Dein Kind nicht sofort ersichtlich, wie der Verschluss funktioniert.

Nachteil: Mit zunehmendem Alter wird Dein Kind auch diesen Verschluss durchschauen.

Lässt sich durch Hilfsmittel ein Fenstersturz hundertprozentig verhindern?

Leider nicht. Kinder sind erfindungsreich. Sie werden irgendwann einen Weg finden, die Mechanismen zu überwinden. Aber mit der richtigen Aufklärung wird Dein Kind verantwortungsvoll genug sein und nicht auf dem Fensterbrett zu spielen, wenn es den Mechanismus überwinden kann.

Mit einer Fenstersicherung, Deiner Erziehung und Deinem wachsamen Auge kannst Du die Wahrscheinlichkeit für einen Fenstersturz aber auf ein Minimum reduzieren.

Neben Fensterstürzen solltest Du auch VergiftungenVerbrennungen und Verbrühungen als potentielle Gefahrenquellen für Kleinkinder im Blick haben. Speziell im Kinderzimmer solltest Du auch diese 5 Dinge für mehr Sicherheit beachten. Weitere Tipps zur kindersicheren Wohnung haben wir auch.