Auf dem Weg zur großen Windelfreiheit: So gelingt das Töpfchentraining

Sobald Dein Kind Beikost bekommt, hat es seltener volle Windeln. Mit der zunehmenden Reife seines Verdauungssystems verändern sich Darm und Blase und Du kannst an eine Windelentwöhnung denken. Es wird Zeit für das Töpfchentraining. Allerdings solltest Du nichts überstürzen. Der richtige Zeitpunkt bei jedem Kind ist anders. Neben dem richtigen Töpfchen von reer helfen Dir auch die folgenden Tipps, um Dein Kind schnell an den Toilettengang zu gewöhnen.

Unterschiede der Windelentwöhnung bei Mädchen und Jungen

Mädchen beherrschen Darm und Blase gewöhnlich früher als Jungen. Mit 1 – 1 ½ Jahren gibt Dein kleiner Liebling auf irgendeine Art und Weise zu erkennen, dass sie weiß, wann sie uriniert. Eines Tages zwischen 15 und 18 Monaten wird Deine Tochter Dir das Töpfchen bringen. Wenn Du schnell reagierst, wird es klappen, dass sie ihr Pipi ins Töpfchen macht. Zwischen 18 Monaten und zwei Jahren wird auch der Stuhlgang im Töpfchen landen.

Jungen erlangen gewöhnlich später als Mädchen die Kontrolle über Blase und Darm. Auch das Bettnässen ist häufiger. Die Windelentwöhnung ist schwerer und lässt so manches Mal das Töpfchentraining wieder auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Zwischen 1 ½ und 2 ½ Jahren haben die meisten Jungen noch keine Kontrolle. Dein kleiner Junge macht dir zwar klar, dass er Wasser lassen muss, kann aber noch nicht warten, bis das Töpfchen geholt wurde. Mit 2 ½ – 3 ½ Jahren kommt dein kleiner Junge und sagt dir, dass er aufs Töpfchen muss. Es geht aber oft noch etwas in die Hose.

Gibt es Argumente gegen das Töpfchentraining?

Kinder, die die Darm- und Blasenkontrolle gemäß ihrer eigenen Geschwindigkeit erlangen dürfen, lernen schneller, aufs Töpfchen zu gehen. Die Windelentwöhnung vollzieht sich stressfreier und das Töpfchentraining läuft entspannt.

Die Sache läuft nur schief, wenn Du den kontinuierlichen Lernprozess Deines Kindes störst, indem Du Zeitpläne aufstellst oder zu früh zu viel erwartest. Dein Baby wurde mit dem Wunsch geboren, sauber und trocken zu werden. Deine Aufgabe besteht lediglich darin, es beim Erwerb dieses wichtigsten Meilensteins – neben laufen lernen, sprechen üben und dem Zahnen – zu unterstützen.

Zu keinem Zeitpunkt solltest Du Druck oder Schelte ausüben. Lobe Dein Kleines lieber für jeden Erfolg. Dein Kleines lernt durch Zuschauen – auch beim Toilettengang. Also nimm Dein Kind ruhig mit auf Toilette und lass es zusehen, wie das geht mit dem Hosenrunterlassen, Hinsetzen, Spülen und Co. Der beste Tipp zur Windelentwöhnung ist das Besorgen von geeigneten Hilfsmitteln. Töpfchen und WC-Kindersitze sind meist farbenfroh gestaltet. Wenn Du Deinem Kind so etwas kaufst, freut es sich, aufs Töpfchen oder auf die Toilette zu gehen.

So gewöhnst Du Dein Kind ans Töpfchen

Töpfchentraining ist also eine individuelle Angelegenheit. Aber die Abläufe ähneln sich dennoch. Auf die folgende Weise kannst Du Dein Kind beim Sauberwerden helfen, wenn Du dir immer wieder klar machst, dass jedes Kind ein eigenes Tempo und einen individuellen Weg zur Windelfreiheit hat. Mit der Windelentwöhnung solltest Du erst beginnen, wenn Dein Kind Dir deutlich macht, dass es weiß, wann es auf die Toilette muss. Im eigenen Tempo des Kindes geht es Euch beiden gut mit dem Töpfchentraining.

  1. Gib Deinem Kind ein eigenes Töpfchen. Lass es zuschauen, wenn Papa oder Mama auf die Toilette gehen. Lass es auch das Resultat sehen, wenn es danach fragt. Ein Blick in die Toilette mit ein bisschen Witz und Charme lässt Dein Kind merken, dass Urin und Stuhl in die Toilette gehören und es vorher aber die Dinge in sein Töpfchen machen darf.
  2. Bitte Dein Kind, sich angezogen auf das Töpfchen zu setzen, während Du ihm eine Geschichte vorliest. Es gibt mittlerweile hervorragende illustrierte Kinderbücher, die das Töpfchentraining aufgreifen. Damit kannst Du Deinem Kind super veranschaulichen, was es machen soll.
  3. Wenn Dein Kind gern mit Sachen auf dem Töpfchen sitzen bleibt und Deinen Geschichten zuhört, gewöhne es allmählich daran, ohne Windel auf dem Töpfchen zu sitzen. Das ist der erste wirkliche Schritt der Windelentwöhnung.
  4. Wenn Dein Kind seine Windel voll oder nass gemacht hat, setze es sacht auf das Töpfchen, nachdem Du es sauber gemacht hast. In der Zwischenzeit verlässt Du Dein Kleines kurz und holst eine frische Windel.
  5. Sobald Dein Kind Interesse zeigt, lass es zwei- oder dreimal am Tag auf dem Töpfchen sitzen. Schon bald gewöhnt es sich daran, dass Urin und Stuhl mit dem Töpfchen im Zusammenhang stehen und es lernt ganz langsam, dass man Blase und Darm auch hier entleeren könnte.

Welche Dinge noch beim Sauberwerden helfen

Wir waschen uns nach jedem Toilettengang die Hände. Lass auch Dein Kind das Händewaschen üben, wenn es vom Töpfchentraining kommt. Auch, wenn dort noch nichts passiert ist.

Damit sich ein erster Erfolg nicht verschiebt, ziehst Du Deinem Kind am besten solche Kleidung an, die leicht auszuziehen ist. Hierzu eignen sich beispielsweise Hosen ohne Knöpfe. Du kannst Dein Kind auch ruhig mal ein paar Tage lang zeitweise ohne Hosen, sondern nur in Windeln in der Wohnung herumlaufen lassen. Somit vollziehst Du ganz nebenbei eine Windelentwöhnung. Gerade im Sommer ist das ohnehin am angenehmsten. Im Winter solltest du eventuell die Heizung hochdrehen (mehr zum Thema Raumklima).

Wenn es an das Töpfchentraining geht, bietest Du Deinem Kind stündlich an, auf das Töpfchen zu gehen. So kann es besser lernen, die Signale seines Körpers zu verstehen.

Ganz wichtig ist auch, dass Du anderen Personen im Leben Deines Kindes, zu denen es Bezug hat, erzählst, was Du gerade tust im Hinblick auf das Sauberwerden. Bringst Du Dein Kind zum Beispiel öfter zur Tagesmutter oder zu den Großeltern, sollten auch diese das Töpfchentraining genauso fortführen, wie Du es handhabst. Wenn Du einmal mit dem Töpfchentraining begonnen hast, entwickelt Dein Kind Erwartungen. Die werden nur konsequent erfüllt, wenn es auch bei den Bezugspersonen auf Unterstützung hoffen kann. Das erleichtert Euch allen zusammen einiges.

Keine gute Idee hingegen ist, Dein Kind zu Lernzwecken in vollen und schmutzigen Windeln herumlaufen zu lassen, um vielleicht zu erwarten, dass es sich ekelt und selber zum Töpfchen geht. Das verändert das Töpfchentraining eher negativ als positiv. Außer sich zu schämen lernt Dein Kind nichts daraus. Nutze lieber die zahlreichen Hilfsmittel und die hier angeführten Tipps. Dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Noch einmal zusammengefasst: Das Töpfchentraining gelingt am Besten, wenn Du Geduld hast, Deinem Kind die Zeit einräumst, die es braucht, du unterstützend wirkst und von Hosen ohne Knöpfe bis hin zum richtigen Töpfchen die passenden Hilfsmittel hast.