Checkliste: Wie mache ich mein Zuhause kindersicher?

Ein kindersicheres Zuhause schützt Dein Kind vor typischen Gefahren wie Stürzen, Verbrennungen, Vergiftungen, Stromunfällen und dem Verschlucken kleiner Gegenstände. Besonders wichtig sind gesicherte Treppen, Fenster und Steckdosen, befestigte Möbel sowie unzugänglich aufbewahrte Medikamente, Reinigungsmittel und gefährliche Gegenstände. Im Babybett solltest Du auf Kissen und andere weiche Gegenstände verzichten. Welche Schutzmaßnahmen besonders wichtig werden, verändert sich mit der zunehmenden Mobilität Deines Kindes.
Ab wann sollte ich mein Zuhause kindersicher machen?
Du solltest Dich nicht erst mit den ersten Schritten Deines Kindes mit der Kindersicherheit beschäftigen. Bereits ein Baby kann sich durch kräftiges Strampeln unerwartet bewegen. Etwa ab dem dritten Monat können sich Babys zunehmend drehen und zur Seite rollen. Und selbst zuvor führen unkoordinierte Bewegungen regelmäßig zu Stürzen vom Wickeltisch.
Von Anfang an ist also Vorsicht angesagt, mit zunehmender Mobilität verändern sich lediglich die typischen Gefahrenquellen.
0-6 Monate
In den ersten Monaten gehören vor allem Stürze von erhöhten Flächen, Erstickungsgefahren und Unfälle beim Transport zu den wichtigen Risiken.
- Stürze, zum Beispiel vom Wickeltisch
- Ersticken durch Bettzeug oder Kleinteile
- Unfälle beim Transport
Ab etwa 6 Monaten
Dein Baby wird zunehmend beweglicher, greift nach Gegenständen und erkundet vieles mit dem Mund. Dadurch kommen natürlich ganz neue Gefahrenstellen hinzu.
- Stürze
- Verschlucken kleiner Gegenstände
- Verbrühungen durch heiße Flüssigkeiten
- Vergiftungen durch Haushaltschemikalien oder Medikamente
- Unfälle durch Lauflernhilfen
Ab etwa 12 Monaten
Wenn Dein Kind beginnt zu laufen, zu klettert und seine Umgebung immer selbstständiger zu erkunden, erweitert sich sein Bewegungsradius deutlich. Nun solltest Du insbesondere auf folgende Risiken achten:
- Verbrennungen und Verbrühungen
- Stürze und Stoßverletzungen
- Stromunfälle
- Vergiftungen
- Stürze an Treppen
Entscheidend ist dabei weniger ein genaues Alter als die individuelle Entwicklung Deines Kindes. Passe Dein Zuhause deshalb spätestens dann an, wenn Dein Kind neue Bewegungsfähigkeiten entwickelt.
CHECKLISTE: Welche Gefahren sollte ich im ganzen Zuhause absichern?
Einige Gefahrenstellen gibt es unabhängig vom jeweiligen Raum. Gehe deshalb einmal durch die gesamte Wohnung und betrachte sie möglichst aus der Perspektive Deines Kindes: Was kann es erreichen, öffnen, herunterziehen oder in den Mund nehmen?
- Medikamente sicher und für Kinder unzugänglich aufbewahren
- Reinigungsmittel und andere Chemikalien sicher verschließen und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren
- Ecken und Kanten absichern
- Steckdosen absichern
- Fenster und Balkontüren gegen selbstständiges Öffnen sichern
- gefährliche Bereiche wie einen Kamin absichern
- Rauchmelder anbringen
- Stolperfallen beseitigen
- Möbel gegen Umkippen sichern
- verschluckbare Kleinteile außer Reichweite aufbewahren
- Waschmaschine und Trockner gegen Öffnen sichern
- Klemmgefahren an Türen vermeiden
- Treppen rutschsicher gestalten
- Treppenzugänge mit einem geeigneten Treppenschutzgitter sichern
- Taschen und Tüten unzugänglich aufbewahren
- Glasflächen bei Bedarf gegen Bruch absichern
- Haustiere nicht unbeaufsichtigt mit kleinen Kindern allein lassen
- wichtige Notfallnummern griffbereit speichern oder aufbewahren
CHECKLISTE: Wie mache ich das Kinderzimmer kindersicher?
Im Kinderzimmer spielen vor allem Sturz-, Kipp- und Erstickungsgefahren eine Rolle. Besonders am Wickelplatz und beim Schlafen gelten deshalb einige wichtige Sicherheitsregeln.
- beim Wickeln immer eine Hand am Baby lassen
- alle Wickelutensilien vor dem Wickeln griffbereit legen
- Möbel sicher an der Wand befestigen
- altersgerechtes Spielzeug verwenden
- verschluckbare Kleinteile entfernen
- Stolperfallen vermeiden
- einen geeigneten Babyschlafsack verwenden
- auf Kissen im ersten Lebensjahr verzichten
- auf Nestchen, Felle und weiche Bettumrandungen verzichten
- auf eine feste, ebene Matratze achten
Stürze vom Wickeltisch gehören im ersten Lebensjahr zu den häufigen Unfällen. Auch wenn Dein Baby sich noch nicht selbst drehen kann, solltest Du deshalb immer eine Hand am Kind lassen. Musst Du Dich entfernen, nimm Dein Baby mit oder lege es sicher auf den Boden. Für zusätzliche Sicherheit sorgt eine Wickeltisch-Absturzsicherung.
Auch die Schlafumgebung sollte möglichst frei von Gegenständen sein. Im ersten Lebensjahr braucht Dein Baby kein Kopfkissen. Ein Schlafsack ist einer Bettdecke vorzuziehen. Nestchen, Felle, Wärmflaschen und Heizkissen gehören ebenfalls nicht in das Babybett.
CHECKLISTE: Wie mache ich die Küche und den Wohnbereich kindersicher?
Küche, Wohn- und Esszimmer verändern sich aus Kinderperspektive, sobald Dein Kind greifen, krabbeln oder sich an Möbeln hochziehen kann. Alles greifbare wirkt dann besonders interessant und heiße Flüssigkeiten, der Herd und Backofen sowie herunterziehbare Gegenstände können dann gefährlich werden.
Die kindersichere Küche
- Herdplatten und heiße Töpfe für Kinder unzugänglich machen
- möglichst die hinteren Herdplatten benutzen
- Griffe von Pfannen und Töpfen nach hinten drehen
- heiße Getränke und Speisen außer Reichweite stellen
- Backofen gegen Zugriff sichern
- Löschdecke griffbereit und mit sicherem Abstand zum Herd aufbewahren
- Messer und Scheren sofort sicher verstauen
- herunterhängende Kabel vermeiden
- Elektrogeräte nach Gebrauch wegräumen
- Mülleimer für Kinder unzugänglich machen
- Kühlschrank und Gefrierfach bei Bedarf sichern
Besondere Vorsicht gilt bei heißen Getränken. Stelle Kaffee, Tee und andere heiße Flüssigkeiten immer außer Reichweite Deines Lieblings. Am Besten trinkst Du sie auch nicht, während Du Dein Baby auf dem Arm oder Schoß hältst.
Das kindersichere Ess- und Wohnzimmer
- auf Tischdecken verzichten
- Fernseher und andere kippgefährdete Geräte sichern
- Streichhölzer und Feuerzeuge sicher verstauen
- Teppiche rutschsicher machen oder entfernen
- offen liegende und herunterhängende Kabel vermeiden
- giftige Zimmerpflanzen entfernen oder unzugänglich aufstellen
- Blumenerde für Kinder unzugänglich machen
- heiße Getränke außerhalb der Reichweite abstellen
- gefährliche Gegenstände nicht offen liegen lassen
Mit zunehmender Mobilität solltest Du regelmäßig prüfen, welche Gegenstände Dein Kind inzwischen erreichen kann. Ein zuvor sicher geglaubter Platz kann schnell zugänglich werden, sobald Dein Kind sich hochzieht oder klettert.
CHECKLISTE: Wie mache ich das Badezimmer kindersicher?
Im Badezimmer kommen Wasser, Medikamente, Reinigungsmittel und elektrische Geräte auf engem Raum zusammen. Hier gilt also besondere Vorsicht. Aber auch besonders beim Baden braucht Dein Kind Deine ununterbrochene Aufmerksamkeit.
- Baby und Kleinkind niemals unbeaufsichtigt baden lassen
- Badewasser auf maximal 36–37 °C einstellen
- Temperatur mit Badethermometer und Unterarm kontrollieren
- kein heißes Wasser nachlaufen lassen, während Dein Kind in der Wanne sitzt
- Badewanne beziehungsweise Babywanne rutschsicher gestalten
- Medikamente sicher und für Kinder unzugänglich aufbewahren
- Reinigungsmittel sicher verschließen und wegstellen
- Rasierklingen außerhalb der Reichweite aufbewahren
- Föhn und andere Elektrogeräte nach Gebrauch wegräumen
- Toilettenzugang für kleine Kinder absichern
- auf WC-Steine verzichten
Willst du deinem Baby etwas gutes tun, sollte das Badewasser immer die optimale Temperatur haben. Das gelingt Dir ganz einfach mithilfe eines Badethermometers. Halte zusätzlich kurz deinen Unterarm oder Ellenbogen ins Wasser, bevor Du Dein Baby hinein setzt.
Lass Deinen Liebling während des Bads keine Sekunde aus den Augen, denn schon wenige Zentimeter Wasser können für kleine Kinder gefährlich werden. Halten dein Baby deshalb unter den Achseln fest, damit der kleine Kopf nicht unter Wasser rutscht.
FAQ – Das kindersichere Zuhause
Beginne bereits in den ersten Lebensmonaten mit grundlegenden Sicherheitsmaßnahmen. Spätestens wenn Dein Baby anfängt, sich zu drehen, zu greifen oder fortzubewegen, solltest Du neue Gefahrenstellen regelmäßig überprüfen.
Zu Beginn stehen vor allem Stürze, Erstickungsgefahren und Transportunfälle im Vordergrund. Mit zunehmender Mobilität kommen unter anderem Verbrühungen, Vergiftungen, Treppenstürze und das Verschlucken kleiner Gegenstände hinzu.
Wenn Dein Kind Zugang zu einer Treppe hat, sollte der Treppenzu- beziehungsweise -abgang mit einem geeigneten Schutzgitter gesichert werden. Achte zusätzlich darauf, dass die Stufen möglichst rutschsicher sind.
Im ersten Lebensjahr solltest Du auf ein Kopfkissen verzichten und möglichst einen Schlafsack statt einer Bettdecke verwenden. Auch Nestchen, Felle, Wärmflaschen und Heizkissen gehören nicht in das Babybett.
Bewahre Reinigungsmittel, Haushaltschemikalien und Medikamente so auf, dass Dein Liebling sie weder erreichen noch selbstständig öffnen kann. Im Fall einer möglichen Vergiftung solltest Du fachlichen Rat über ein Giftinformationszentrum einholen oder Deinen Kinderarzt kontaktieren.

