Erstmals eine Norm für Schrank- und Schubladensicherungen

Warum braucht es eine Norm für Kinder-Sicherheitsartikel?

Hast Du dich auch schon einmal über eine Schranksicherung geärgert, die den Schrank überhaupt nicht sichert, weil dein Kind sie aufbekommt? Kaum hast du dich umgedreht, sitzt dein Kind schon im Schrank und winkt dir zu. Das ist nicht der Sinn und Zweck einer Schranksicherung. In der neuen Norm DIN EN 16948 wurde unter anderem festgelegt, wie schwierig es sein muss, um eine Schranksicherung zu öffnen. Und damit sich auch jeder Hersteller daran hält, legt die Norm auch fest, wie sich das in einem unabhängigen Labor testen lässt. Nur Produkte, die solch eine Prüfung überstehen, dürfen zukünftig in den Handel gelangen.

Welche Konsequenzen ergeben sich aus der neuen Norm?

Die enorm hohen Vorgaben der Norm DIN EN 16948 werden dafür sorgen, dass das große und teilweise fragwürdige Angebot für Sicherheitslösungen stark bereinigt wird. Hersteller und Händler haben nun eine Grundlage, um Produkte besser bewerten zu können und somit die Möglichkeit, zu mehr Kindersicherheit beizutragen. Wir von reer waren als Mitglied des Normengremiums aktiv bei der Entwicklung der neuen Norm beteiligt und übernehmen die Vorreiterrolle als der erste Anbieter von Kindersicherheitsprodukten, der diese Norm erfüllt. Seit Jahren tummeln sich viele Lieferanten für Sicherheitsprodukte auf dem deutschen und europäischen Markt mit einer Vielzahl an verschiedenen Sicherheitslösungen. Es werden zumeist günstige Materialien verwendet, um Kosten zu sparen. Da es bisher keine konkreten Vorgaben gab, war der Spielraum groß und die geleistete Sicherheit leider gering. Dabei ist die Zuverlässigkeit von Sicherheitslösungen besonders wichtig, denn ein schlechtes Sicherheitsprodukt bietet nur Scheinsicherheit und ist somit gefährlicher als gar keins. Obwohl die elterliche Sorgfaltspflicht durch kein Produkt ersetzt werden kann, müssen Eltern sich darauf verlassen können, dass eine Sicherung nicht ohne weiteres durch ein Kleinkind geöffnet werden kann.

Bei der Entwicklung unserer eigenen Produkte machen wir uns vorab viele Gedanken, auch wenn es keine konkrete Norm gibt. Wir definieren dann intern at sich in der Vergangenheit eigene Mindestanforderungen mithilfe bestehender Normen aus anderen Produktgruppen auferlegt (z.B. Auszüge aus der Spielzeug- oder Türgitternorm), um möglichst hohe Sicherheit für die Allerkleinsten zu gewährleisten. Dass dies ein sinnvoller Weg ist zeigt das Inkraft-Treten der neuen Norm: Jetzt sind einige Vorgaben für kindersichere Artikel schwarz auf weiß dargelegt. Drei Beispiele um die neuen Regelungen zu veranschaulichen:

  • Damit es Kleinkindern unmöglich ist, eine Sicherung zu öffnen, muss der Öffnungsmechanismus eine der folgenden Vorgaben erfüllen: er darf sich nur lösen, wenn dafür mehrere Handlungsschritte, eine definierte Mindestkraft oder ein separates Werkzeug nötig sind. Durch diese Anforderungen kann zwar die Anwenderfreundlichkeit leiden, die Kindersicherheit hat jedoch höhere Priorität.
  • Auch die Anforderungen an die Langlebigkeit und Beständigkeit der Materialien stellen eine große Herausforderung dar: ein Riegel muss mind. 5000 Öffnungen und Schließungen aushalten ohne die Sicherheitsfunktion zu verlieren. Um diesen Kräften standzuhalten werden ganz andere Materialien eingesetzt werden müssen als bisher.
  • Eine weitere wichtige Regelung findet sich in dem maximalen Öffnungsspalt wieder: die Schranktür/Schublade darf sich nicht weiter als 30mm weit öffnen. Das könnte für Eltern als zu gering und unbequem empfunden werden, ist aber wichtig für die Sicherungsfunktion. Denn ist die Öffnungslücke zu groß, kann ein Kind mit der ganzen Hand durchgreifen und die gefährlichen Inhalte entnehmen oder den Riegel außer Kraft setzen.