Mineralstoffe und Spurenelemente

Auf das richtige Timing kommt es an...


Eisen gegen Magnesium und Zink

Die Blutmenge Ihres Kindes – und auch Ihre eigene - nimmt während der Schwangerschaft nach und nach zu. Eisen ist dabei für den Sauerstofftransport in Ihrem gemeinsamen Blut verantwortlich, denn es ist ein Teil des roten Blutkörperchens Hämoglobin. Ihre Plazentadurchblutung und somit die Nährstoffversorgung Ihres Kindes ist mit einer regelmäßigen Eisenversorgung daher gut gesichert. Der Bedarf an Eisen verdoppelt sich durch die Schwangerschaft von 15 mg auf 30 mg pro Tag, für Stillende liegt er bei 20 mg. Viele Frauen müssen ein zusätzliches Eisenpräparat zu sich nehmen, da der Bedarf über die Nahrung im Verlauf der Schwangerschaft nicht mehr gedeckt werden kann. Ein Helfer für die Eisenaufnahme ist das Vitamin C. Allerdings hemmt Eisen die Aufnahme von Magnesium und Zink, weshalb Sie ein zusätzliches Eisen-Präparat circa zwei Stunden vor oder nach Ihren Mahlzeiten aufnehmen sollten. In der Nahrung ist Eisen in Fleisch, Getreideprodukten, Erdbeeren und grünem Gemüse zu finden.

Magnesium hilft Ihrem Baby bei der Knochen- und Zahnbildung und dem Muskelstoffwechsel. Praktischer Weise beugt es außerdem Wadenkrämpfen vor. Während Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie etwa 400 mg pro Tag aufnehmen, zum Beispiel über Vollkornprodukte, Kartoffeln, Gemüse (z.B. Spinat) und Obst (z.B. Bananen, Kiwis).

Für die Entwicklung von Gehirn und Zentralnervensystem Ihres Kindes ist Zink mit zuständig. Außerdem unterstützt es die Enzymtätigkeit und hilft den kleinen Körper zu entgiften. Der Bedarf während der Schwangerschaft liegt bei 15 mg und während der Stillzeit bei 22 mg pro Tag. Das Spurenelement kommt in Vollkornprodukten, magerem Fisch, Fleisch, Eiern, Käse und Hülsenfrüchten vor. Auch die Aufnahme von Zink wird von Eisen gehemmt, achten Sie also auch hier auf zeitlichen Abstand.


Calcium – stärkt oder schwächt die Knochen!

Die Knochen und Zähne Ihres Babys werden durch Calcium aufgebaut und gestärkt. Dies hält auch über die Schwangerschaft hinaus bis ins Alter von 20 bis 30 Jahren an. Dann jedoch stoppt die Calciumeinlagerung in die Knochen und Kalzium wird statt dessen nur noch aus dem Knochen entnommen, wenn der Körper es für andere Vorgänge braucht. Bei einem Calciummangel müssen Sie sich zwar keine Sorgen um Ihr Kind machen, aber um Ihre eigenen Knochen. Denn Ihr Körper entzieht Ihren Knochen dann das Calcium für Ihr Kind. Aus diesem Grund sollten Sie während Ihrer Schwangerschaft 200 mg mehr Calcium als normal aufnehmen, was 1200 mg entspricht. In der Stillzeit haben Sie dann einen Bedarf von 1300 mg.

Calcium können Sie hauptsächlich über Milch und Milchprodukte aufnehmen. Aber auch Hülsenfrüchte, Brokkoli und Fenchel enthalten kleinere Mengen. Doch auch hier müssen Sie auf Stoffe achten, welche die Calciumaufnahme hemmen. Dies wäre zum Beispiel die Gerbsäure, welche in Schwarz- und Grüntee, Kaffee und Kakao zu finden ist.




Jod und Fluor im Speisesalz


Von Ihrer Schilddrüse wird Jod in Jod-Hormone umgewandelt. Diese sind unter anderem sehr wichtig für das Wachstum und die Entwicklung des Nervensystems und der inneren Organe Ihres Kindes. Ab der 12. Schwangerschaftswoche beginnt die kleine Schilddrüse Ihres Babys mit der eigenen Jod-Hormon-Produktion, wozu es nun nur noch den Ausgangsstoff Jod von Ihnen braucht. Der Jodgehalt in Lebensmitteln ist vom Gehalt im Boden abhängig. An Küstengebieten ist er deutlich höher als im Inland. Deutschland zählt insgesamt zu den jodarmen Gebieten. Ein Mangel an Jod während der Schwangerschaft kann unter Umständen zu Fehl- und Totgeburten führen. Da es schwer ist, Jod hauptsächlich durch die Nahrung über Fische (z.B. Garnelen, Heilbutt, Hering) und Jod zugesetzten Produkten (z.B. Salz, Roggenbrot) ausreichend aufzunehmen, sollten Sie es mit einem Präparat ergänzen. 230 µg über die Schwangerschaft hinweg und während des Stillens steigt der Bedarf noch mal um 30 µg auf 260 µg pro Tag.

Die Knochen und Zähne Ihres Kindes festigt Fluor zusätzlich zum Kalzium und schützt sie außerdem vor Karies. Auch für Ihre eigenen Zähne ist Fluor jetzt während der Schwangerschaft besonders wichtig, da sie durch den veränderten Enzymhaushalt in Ihrem Mund kariesanfälliger sind. Ihr Bedarf beträgt daher mindestens 3,8 mg pro Tag. Wenn Sie jodiertes Speisesalz kaufen, nehmen Sie gleich eines, dem auch Fluor zugesetzt ist. Über Seefische, Eier, Geflügelfleisch und Getreideprodukten, Mineralwasser und vielen Tees können Sie weiteres Fluor aufnehmen.


Selen - zum natürlichen Schutz Ihres Babys

Selen hilft Ihnen bei der Produktion der Schilddrüsenhormone und schützt Sie und Ihr Baby vor freien Radikalen und der Vergiftung durch Schwermetalle, indem es sie an sich bindet und vom Körper wieder ausgeschieden wird. Ihr Bedarf an Selen beträgt mindestens 70 µg pro Tag. Ein Mangel kann zu verringerter Fruchtbarkeit und eingeschränktem Wachstum führen. Selen kommt in Fisch, magerem Fleisch, Eiern, Milch und Vollkornprodukten vor.