Was darf ich trinken während der Schwangerschaft?


„Viel trinken ist wichtig, mindestens 1,5 bis 2 Liter am Tag!“ Wie oft in Ihrem Leben haben Sie diesen Satz schon gehört – und irgendwann überhört? Anfangs ist man vielleicht noch motiviert dabei, doch dann schleicht sich wieder die Vergesslichkeit ein. Zudem ist man sich nicht sicher, hat man jetzt erst einen oder schon drei Liter getrunken? Und eigentlich ist das ja alles auch egal, denn für ständiges Trinken hat man sowieso keine Zeit, richtig? Schnell ist da jeder Vorsatz gescheitert und man wundert sich über Kreislaufbeschwerden und Kopfweh. Dabei ist Trinken gar nicht so zeitaufwendig und lästig wie man denkt. Und mit der richtigen Abwechslung kann man sich und das Baby sogar richtig verwöhnen!



Wir haben ein paar praktische Tipps, wie Sie während Ihrer Schwangerschaft und Stillzeit 2 Liter ganz einfach überschauen und über den Tag abwechslungsreich gestalten können:

  • Erstmal zur Beruhigung: Der Satz „Trinken Sie täglich 1,5 bis 2 Liter!
    gilt für alle! Durch die Schwangerschaft müssen Sie nicht etwa plötzlich
    das Doppelte trinken.
  • Füllen Sie Ihre Getränke in 0,5 Liter Flaschen ab. Damit steigern Sie Ihr
    Erfolgserlebnis von der ersten bis zur vierten leer getrunkenen Flasche.
  • Verwenden Sie durchsichtige Flaschen. So sehen Sie genau wieviel
    Flüssigkeit Sie schon getrunken haben.
  • Variieren Sie Ihre Getränke und Sie können sich immer wieder über
    einen neuen Geschmack freuen.
  • Stellen Sie Ihre Flasche immer in Sichtweite, damit Sie das Trinken
    nicht vergessen können.
  • Nehmen Sie etwas zu trinken mit, wenn Sie unterwegs sind. So können
    Sie kleine Ruhepausen oder Wartezeiten nutzen, um immer wieder ein
    paar Schluck zu trinken.

Partnertipp: das Wochenend-Trinkduell - Jeder bekommt eine 0,5 Liter Flasche mit beliebigem Inhalt – nein, meine Herren, Bier und sonstiger Alkohol zählen hier leider nicht! Wer über den Tag verteilt mindestens drei dieser Flaschen leer getrunken hat, bekommt am nächsten Tag zum Beispiel das Frühstück ans Bett gebracht, vielleicht auch eine Massage, oder darf das nächste Ausflugsziel bestimmen. Ihnen fallen bestimmt noch weitere schöne Belohnungen ein.


Viel trinken – aber was?

Wie bei vielem gilt auch beim Trinken, Qualität ist genauso wichtig wie Quantität. Achten Sie zum Beispiel bei Säften darauf, dass sie nicht unnötig viel Zucker enthalten, sondern einen hohen Frucht- und Vitamingehalt haben. Trinken Sie die Säfte am besten mit Wasser gemischt, da Fruchtzucker und -säure Ihre Zähne angreifen. Durch den veränderten Enzymhaushalt im Mund während Ihrer Schwangerschaft, sind die Zähne sowieso schon stärker gefährdet. Deswegen sollten Sie auch nicht ausschließlich Früchtetees und -säfte trinken. Sehr gut variieren können Sie durch die große Auswahl an Kräuter-, Grün- und Roibuschtees, welche abgekühlt auch im Sommer gut schmecken.


Viel trinken – was lieber nicht?

Einige unserer Getränke, die wir tagtäglich trinken, sind für die Zeit der Schwangerschaft nicht so gut geeignet. Himbeerblütentee zum Beispiel sollten Sie vermeiden, denn er fördert Wehen. Beginnen Sie Ihren Tag gern mit ein paar Tassen Kaffee- oder Schwarztee, so sollten Sie diesen Genuss Ihrem Kind zuliebe reduzieren. Denn leider ist in beidem Gerbsäure enthalten, welche die Eisen-Aufnahme hemmt. Eisen ist unter anderem für den Sauerstofftransport zuständig und gerade jetzt für die Entwicklung Ihres Kindes wichtig! Wenn Sie morgens unbedingt etwas brauchen, um munter zu werden und trotzdem auf Kaffee und Schwarztee verzichten wollen, können Sie als Ersatz auch Grüntee trinken. Er bringt den Kreislauf zwar langsamer in Schwung, aber dafür hält die Wirkung auch länger an. Außerdem enthält Grüntee viele wichtige Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen, Kalzium, Fluor, Kalium, Zink und er fördert zusätzlich noch die Verdauung. Auf Alkohol sollten Sie am besten ganz verzichten. Denn während Sie für ein Glas Wein, bei einem Körpergewicht von 60 bis 70 Kilogramm, zwei bis drei Stunden für den Alkoholabbau brauchen, dauert es bei Ihrem Baby bis zu drei Tage! Alkohol wirkt dabei zellschädigend und kann bei Ihrem Kind zu körperlichen und geistigen Entwicklungsrückständen führen.


Was ist der Lohn für all die Mühen?

Vor allem jetzt, während Ihr Kind in Ihnen heran wächst, nehmen Ihre Körperflüssigkeiten und das Blutvolumen bis um die Hälfte zu. Darum ist eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung der zwei Organismen, ein stabiler Wasserhaushalt also, äußerst wichtig. Auch Ihr Kreislauf profitiert vom regelmäßigen ausreichenden Trinken. Sie werden über den Tag weniger Übelkeit und Schwindelgefühle haben und Ihr Stoffwechsel und die Niere werden angeregt. Und das schönste am Trinken, anders als beim Essen, dürfen Sie ruhig nach Herzenslust zuschlagen.